Die Kiva, das Herz der Erde

Am 1. November 2021 gab es ein spontanes Treffen der europäischen Wurzeln der Erde Familien in München. In einem „Talking Circle“ wurde vieles besprochen und ausgetauscht. Heriberto, der Hüter des Kiva Feuers unserer Wurzeln der Erde Familie, nahm sich Zeit Geschichten zu erzählen und „Teachings“ vor allem bezüglich Kiva zu geben. In diesem Beitrag möchten wir einige Teachings über die „Medizin“ der Kiva teilen. Über die Essenz der Kiva, vom Umgang mit ihr, der Aufgabe auf jedem Kontinent ein Kivafeuer zu eröffnen und darüber, was wir für uns und unsere Mitmenschen tun können ….

Samhain 1.11. 2021

ÜBER DIE MEDIZIN DER KIVA

 

 

Die Kiva lebt – die vier Elemente und das Feuer sind lebendig in ihr!

Die Kiva ist eine Vision, die durch Reymundo Tigre Perez auf die Erde kam. Das spirituelle Herz hat ihren Platz in der Kiva. Sie besteht aus einer kreisförmigen Erdaushebung, in die die Ältesten, Wissenshüter und indigenen Stammesvertreter eintreten, um dort um das heilige Feuer herum Gebete der Heilung, der Freude und des Dankes an Mutter Erde zu erheben.

1989 fand die erste Kiva in Mexiko unter der Leitung von Tigre statt, mit 20 Ältesten und 500 Teilnehmern. Sie fand zur Tag- und Nachtgleiche statt, es regnete viel und das Feuer zu hüten war harte Arbeit.

Diese erste Kiva wurde im ersten Jahr bereits beendet und verschlossen. Auf dem Platz wurde ein Baum gepflanzt, der nach wie vor von der dortigen Gemeinschaft gepflegt wird. Dies ist ein heiliger Baum.

Seit 2003 leitet Heriberto Kiva Zeremonien in vielen Ländern der Erde, nachdem ihm das Feuer der Kiva im Jahr 2000 übergeben wurde.

 

Wie wird eine neue Kiva eröffnet?

Um eine Kiva in einem Land zu eröffnen, muss in den ursprünglichen Kivas erst um Erlaubnis gebeten werden.

Eine vollendete vierjährige Kiva kann die Erlaubnis für eine Geschwister-Kiva in einem anderen Land geben. So hat die Kiva in Österreich nach Vollendung der vier Jahre der Kiva in Holland das Leben gegeben, die Kiva in Holland hat wiederum der Kiva in Deutschland das Leben gegeben. Erst nach vier Jahren kann das Feuer einer neuen Kiva das Leben schenken.

Die Essenz der Kiva wird in Form der Asche zur nächsten Kiva gebracht.

Das Feuer von Holland sollte nach Portugal gehen. Das Land in Portugal ist sehr schön, doch durch Corona war es dort leider nicht möglich die Zeremonie zu beginnen. So wurde das Feuer nach Deutschland gebracht.

Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass die Kiva 2021 in Deutschland stattfinden konnte, gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig unsere mentale Kraft zu stärken, um gut bei uns zu sein. Es ist wichtig klug zu handeln und zu entscheiden, unsere Arbeit still aber kraftvoll weiter zu machen.

Die Asche der Kiva in Indien wird nach Afrika oder Australien gehen, denn dies ist ein Feuer für die Kontinente.

Um eine Kiva in einem neuen Land zu eröffnen, ist es wichtig zu den verschiedenen Stämmen dieses Landes zu gehen und zu fragen, ob die Gemeinschaft der Ältesten dieses Geschenk empfangen wollen. Denn es ist ein Geschenk.

In Indien brauchte es zwei Reisen, um die Erlaubnis einzuholen. In Columbien verbrachte Heriberto acht Tage im Kreis der Ältesten und nahm viele Urwaldpflanzen ein, wie es dort Brauch ist, bis er die Erlaubnis erhielt. In Chile tranken sie mit den Mapuche. Die Sulu in Afrika möchten die Kiva gerne einladen. Toroa und die chilenischen Freunde wollen die Kiva nach Australien bringen.

Es ist wichtig um Erlaubnis zu bitten!

 

Warum wandert die Kiva von Kontinent zu Kontinent?

Im Jahr 1995 hat Tigre die 5 Federn am Eingang zur Kiva erklärt. Sie stehen für die fünf Kontinente. Es war Teil seiner Vision, dass die fünf Kontinente in fünf Kiva-Feuern vereint werden.

Wir müssen das Feuer von Feuerland (Patagonien) bis zu den Pyramiden in Mexiko bringen. Das Feuer soll an der ganzen Wirbelsäule von Amerika entlang entzündet werden. Es fehlen noch einige Länder. Hierbei können alle Wurzeln der Erde Familien mitwirken und mit Händen, Herzen, Gebeten oder Spenden helfen.

Es ist wichtig an allen Orten, wo Kivas sind, zu arbeiten, damit die Chakren der Erde sich öffnen und geöffnet bleiben können. Es ist wichtig das alte Wissen zu teilen und uns gegenseitig zu verzeihen.

 

Worauf muss beim Umgang mit der Kiva geachtet werden?

Mit der Kiva-Zeremonie von Wurzeln der Erde sind mehr als 500 Älteste aus aller Welt verbunden, darum ist es wichtig nicht damit zu spielen und die Verpflichtung zu übernehmen die Kiva für vier Jahre zu hüten (wenn sie eine 4 jährige Kiva sein soll). Danach muss sie wieder mit Erde aufgefüllt und verschlossen werden, damit sie keinen Schaden macht.

Hat die Kiva ihren Vier-Jahres-Zyklus vollendet, wird die Kiva wieder zugegraben und es wird ein Baum über der Feuerstelle eingepflanzt. Es können auch Dankesgaben in die Kiva gegeben werden. Die Gemeinschaft schaut auf den Baum, denn er bringt viel Segen für die Kinder und die zukünftige Generation. Wenn jemand traurig ist, setzt er sich unter den Baum um zu heilen.

Alle zehn Jahre wird dort am Baum eine kleine Zeremonie gemacht. Es wird gesungen und gebetet und eventuell ein Feuer entzündet, um die Energie des Platzes zu stärken und Danke zu sagen.

Eine offene Kiva ist eine große Verantwortung. Wenn sie nicht weiterhin mit positiver Energie genährt wird, sammelt sie die Energien von rundherum ein, sie sammelt dann auch die Probleme und schlechten Gefühle der Menschen ein. Wenn wir sie regelmäßig nähren, strahlt sie Licht und positive Energie aus.

Eine Kiva kann jährlich abgehalten werden und über das Jahr ruhen oder sie kann über das Jahr hinweg aktiv bleiben. Eine aktive Kiva wird gehütet, um die Gemeinschaft zu heilen. Sie wird zu den Tag- und Nachtgleichen und zu den Sonnwenden genährt, indem das Feuer entzündet und mit Essen genährt wird. Es wird gesungen und gebetet, um die positive Energie zu erhalten. Auf diese Weise wirken die Gebete und der Segen der Ältesten weiter.

Das eingenommene Geld gehört niemandem persönlich, sondern es ist dazu da, Land für die Kiva zu kaufen und andere Zeremonien an anderen Orten zu unterstützen. Es ist „heiliges“ Geld!

Es ist sehr von Vorteil, wenn das Land für die Kiva nicht angemietet ist, sondern im Besitz der Kiva-Familie, damit alles korrekt ausgeführt werden kann.

 

Es gibt drei Arten von Kivas:

Die Wander-Kiva – diese Kiva findet nur einmal an einem Platz statt und wird danach verschlossen, so wie es mit der ersten Kiva in Mexiko geschah.

Die vierjährige Kiva – sie findet vier Mal als große Zeremonie an einem Platz statt, um den Ort – Mutter Erde – zu heilen und Gutes zu tun.

Die dauerhafte Kiva – sie findet dauerhaft an einem Ort statt und wird über die Generationen weiter gehütet. Sie findet in Dreizehn-Jahres-Zyklen statt. Erst nach 13 Jahren kann sie beendet werden. Wird sie weiter abgehalten, dann läuft sie wieder für 13 Jahre weiter.   

 

Was ist die Essenz der Kiva-Zeremonie & was „Beiwerk“ das man beiseite lassen könnte?

Alle Arbeiten sind gleichwertig, ob in der Kiva, im Schwitzhüttenbereich, in der Küche oder in der Ältestenbetreuung, etc. All diese Arbeit findet für die Kiva und für die Gemeinschaft statt. Jeder trägt seinen Teil dazu bei, auch die Kinder machen ihre Arbeit mit ihrer Fröhlichkeit. Bringt eure Kinder mit! Sie stören nicht, sie sind immer ein Segen!

Manche Ältesten sind krank und gehen nur in die erste und letzte Kiva, dennoch sind sie permanent Teil der Kiva und tun ihre Gebets-Arbeit außerhalb der Kiva.

Alle sind Teil der Kiva, alle sind Teil des Herzens der Kiva.

Die Kiva in Deutschland hat alle Geister und Wesen aufgenommen und akzeptiert, so kann sie eine Kiva voller Licht werden. Im Vergleich zu den Kivas in Amerika fühlt sich die Energie der Kiva in Deutschland an, als würde ein Kind gewiegt werden.

 

Was können wir für uns und die Menschen hier tun?

Wir können lernen viel Vertrauen zu haben. Die spirituelle Welt funktioniert mit oder ohne uns. Wir funktionieren mit ihr. Es gibt keine Trennung. Wir sind immer verbunden, nur manchmal ist es uns bewusst und manchmal nicht.

Bringe einen Ast von einem Baum von dir zuhause mit, so bringst du alle Wesen von deinem Zuhause mit zur Zeremonie. Wir brauchen nicht viel, um zu beten. Der Verstand ist ein Schelm!

Konflikte werden kommen, doch das was ein Kreis erfahren hat, wird nicht noch einmal geschehen. Es ist wichtig zu beobachten, was sich über die Jahre verändert. Jeder Moment hat seine neue Geschichte.

Wir sind hier, um uns Brüder und Schwestern gemeinsam zu heilen, auch die Konflikte werden heilen. Wir lernen von euch, ihr lernt von uns. Das Lernen endet nie. Wir sollten immer das Beste lernen. Weisheit entsteht aus den Fehlern. Die Fehler machen uns weise.

Die Menschen die nicht mehr kommen, vermehren die Energie woanders. Die Energie wird sich immer vermehren. Wir alle werden sie vermehren. Wenn du meinst etwas geht verloren, dann befindest du dich in einer spirituellen Depression.

Wir sind nie alleine, wir sind immer erfüllt mit allem – Erde, Kosmos, Sterne, alles ist mit uns. Wir dürfen nicht das Schlechte weitergeben, denn das mag keiner. Schenkt immer das Gute!

 

Jeder Tag ist eine neue Gelegenheit, die Dinge besser zu machen. Im Spirituellen haben wir immer die Verantwortung, uns nicht gegenseitig zu schaden. Es ist ein großes Lernfeld für uns alle, selbstverantwortlich für uns selbst zu sorgen und darauf zu hören, was unser Herzens-Gefühl und unsere Intuition uns sagt.